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Architektur
Lageplan In der stadtplanerisch hochaktiven Phase in den der letzten 20 Jahren wurde die Thematik der zu restaurierenden beiden Zentralbereiche am See einerseits und am Schloßberg mit dem 1987 umgesiedelten Rathaus und dem zur Stadtbücherei umgebauten Alten Rathaus mit Nachdruck vorangetrieben.
Heute sehen wir vor uns, dass am Schlossberg in sehr kurzer Zeit und in ungewöhnlich direkter Umsetzung der Planungsziele zweierlei erreicht werden konnte:
  1. Der Schlossberg, das Rathaus und die benachbarten öffentlichen Einrichtungen wurden aus ihrer versteckten, periphären Abgeschiedenheit zu einem städtischen Mittelpunkt umgestaltet und an das seebezogene Stadtzentrum angebunden.
  2. Die urbane Verdichtung wird wirksam durch die hier neu entstandene Nutzungs-Verknüpfung, die das
    Angebot städtischer Strukturbereinigung mit Leben erfüllt. Der "Kultursaal" wurde nach jahrzehntelanger Standortsuche zu einer Einheit mit dem erforderlich gewordenen neuen Sitzungssaal des Rathauses und mit dessen angemessen gestalteter Erschließung über das neue Foyer.
Grosser Saal
Das lange geforderte und als Idee schon vor der Schloßberghalle vorhandene Parkhaus "Centrum" verknüpft hierbei eine Reihe von Elementen:
Es erschließt die öffentlichen Gebäude am Schlossberg für den Fahrverkehr.
Als viergeschossiger Unterbau der Schlossberghalle überwindet es die Höhendifferenz zur Hauptstraße.

Treppe Kleiner SaalDie Lage der Schlossberghalle auf dem im Mittelalter modellierten Gelände zwischen Schloss und Rathaus verpflichtet und eröffnet Chancen. Der Ort ist eng begrenzt. Der Schlossgraben lädt ein, sich ihm über die Bühne hinweg zu öffnen. Die alte Stützmauer der Schlossbergstraße erlaubt, daß der Sitzungssaal sich anschmiegt. Der stadtgeschichtlich alte Vogelanger läßt sich aufweiten zu einem Stadtplatz mit Piazzetta, Treppenanlage, Vorplatz Altes Rathaus und Kirchplatz als eine Stadtachse.
Der ehemals rückwärtige Hof des Rathauses wird glasüberdachtes Foyer und Mittelpunkt.
Die aus dem Ort resultierende architektonische Verpflichtung heißt:
Selbstbewußter Respekt. Die Schlossberghalle als kommunaler Mittelpunkt darf sich nicht verstecken. Die sehr zurückhaltende Architektursprache des Schlosses und des Rathauses verlangt aber nach einem ruhigen, unpompösen Gestus.
Das Spannungsfeld zwischen baulicher Schwere und Transparenz entspricht der Ambivalenz der zentripetal gerichteten Nutzung in einer verlockenden zentrifugal orientierten Blickbeziehung zum Schloss, zum Schlossgraben und zur Stadt mit dem neugeschaffenen Platz.

Das Foyer ist der Schnittpunkt aller Elemente. In ihm durchdringen sich zwei orthogonale Systeme, die Materialkonzepte von Innenraum und Außenraum, die Tages- und Abendnutzungen , natürliches und künstliches Licht-Ambiente.
Dachform Grosser Saal
Daß das durchgängige Gestaltungsmotiv letztlich "Wasser" verkörpert, ist angesichts der doppelpoligen Stadt Starnberg, an deren landseitigem Ende wir uns befinden, trotzdem nicht verwunderlich: Auch wenn Starnbergs Stare sich zwischen Berg und Himmel bewegen, ist Starnbergs Element doch das Wasser.

Text von Dr. Wolfgang Hesselberger, Architekt